Arnold versucht Geschichte und richtet ein Ithuba Kino ein

So lange bereitet man sich vor. So lange stellt man sich vor wie alles sein wird. Und jetzt? Manchmal kann ich gar nicht glauben, dass die Orte der Erinnerung die der ehemaligen Vorstellung schon längst überschrieben haben. Aber nicht nur das vergeht schnell: Ich dachte nach zwei Tagen nicht mehr daran, dass ich eigentlich mit schwarzen Kindern arbeite - obwohl ich vorher noch nie einen Fuß auf afrikanischen Boden gesetzt hab. Ständig gab es Unternehmungen. Ständig Pläne im Kopf was für den Kinonachmittag noch alles erledigt werden muss, oder welche Bilder für den nächsten Geschichtsunterricht zu präsentieren sind. Drei Wochen vergehen im Flug. Aber dazu nun im Detail…

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Thema Geschichte:
Der Geschichtsunterricht war eine Herausforderung. Einerseits wegen der sprachlichen Barrieren, aber auch weil man Geschichte nur begeisterten Schülern wirklich näher bringen kann. Um die Inhalte in den Köpfen zu festigen, ließ ich sie gegen Stundenende Memorykarten über den Stoff malen. Sie kannten „Memory“ zwar noch nicht, sobald ich aber ab der zweiten Unterrichtswoche die Spielkarten während der Mittagspause nicht vom Tisch räumte, fand ich sie gegen Pausenende immer in durchgemixtem Spielzustand wieder.


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Fokus Unterrichtsstoff: Als Ziel setzte ich mir, den Schülern das antike Griechenland - Geburtsort bedeutendster Wissenschaften und der Demokratie - näherzubringen. Im Speziellen die Probleme, die in dieser ersten Demokratie auch zu ihrem Untergang geführt haben, und schon damals die heutigen Demokratieprobleme im Prinzip vorweggenommen haben. Doch das war erst der Stoff der dritten Woche.

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Zuerst war es notwendig die Schüler in die Kultur der alten Griechen einzuführen. Das hieß für mich vor allem die Klasse für die griechische Mythologie zu interessieren. Ein Film über den trojanischen Krieg wurde parallel im Kino gezeigt. Aus Baustellenmüll bastelten wir den Stab des Griechengottes Hermes – beflügelt und mit zwei Schlangen war er Symbol griechischer Gesandter. Und mit Enos, unserem kreativen Coach, wurde ein Theaterstück über Homers Ilias eingespielt. Das war Stoff der zweiten Woche.

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Doch um die Schüler nicht orientierungslos nach Griechenland zu deportieren, musste ihnen in der ersten Woche die wichtigsten antiken Völker vorgestellt werden. Als roter Faden durch die Kulturen und Jahrhunderte diente hier die Entwicklung der Schrift von den Hieroglyphen über die Keilschrift, bis zum phönizischen und schließlich dem griechischen Alphabet. Somit war ein Anfangspunkt geschaffen: Die Schüler mussten ihr Alter in Hieroglyphen schreiben. Von rechts nach links versteht sich – getreu der altägyptischen Tradition.
(Text und Fotos: Arnold Wilfing)

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